Ein ganz spezieller Übertragungsgottesdienst in der Kirchgemeinde Ilmenau

(18.02.2018)  Wie geht denn so etwas, wird sich mancher fragen. Hintergrund war der erste Kindergottesdienst in unserer neuen kleinen „Kinderkirche“, welche eigens für die Kinderunterrichte und -übungsstunden von vielen ehrenamtlichen Helfern/innen der Gemeinde gebaut wurde.

Als nach ca. drei Monaten Bauzeit und 400 Stunden ehrenamtlicher Arbeit die „Kinderkirche“ fertiggestellt war, stellte sich unmittelbar die Frage, wie der erste Kindergottesdienst gestaltet werden könnte, um dieses Gebäude - ein schmuckes und liebevoll gestaltetes kleines Holzhaus - den Kindern unserer Gemeinde feierlich zu übergeben.

Schnell kam die Idee auf, die ganze Gemeinde, wie bei einem klassischen „NAK – Übertragungsgottesdienst“, zu diesem Ereignis einzuladen. Ohne Übertragungswagen und professionellem Technikstab gar nicht so einfach. Fleißige Techniker hatten lange zu grübeln und zu tüfteln, wie sich ein solch „regionaler Übertragungsgottesdienst“ am besten realisieren ließe. Kabel wurden gezogen, Mikros aufgebaut und sogar eine Hightech-Kamera von der Technischen Universität ausgeliehen. Schließlich wurden während der Kinderchorprobe immer wieder Bild und Sound nachjustiert, bis alles passte.

Und nun, nach dem Erleben dieses besonderen Höhepunktes, können wir dankbar sagen: Es hat ALLES gepasst!

Die Vorfreude bei den Kindern war groß, die Stimmung einfach super. Ebenso bei den Kinderbetreuern/innen, wenn auch mit einer gewissen Anspannung.

Thema des Gottesdienstes war das Geschehen um die Arche Noah. „Was war eigentlich los“, fragte Vorsteher Stephan Steinke die Kinder im interaktiven Gottesdienst. Ein Kind brachte es auf den Punkt: „…Gott war streng und hat die Bösen bestraft, und übrigens war auf der Arche nur Platz für die ,Guten Menschen’“ .

„Was hättet ihr mitgenommen“, war eine weitere Frage. „Freunde, Essen und Trinken, Wärme, Licht, das Handy(!)…" Die Kinder antworteten bereitwillig auch auf weitere Fragen.

Und was will uns die Geschichte nun sagen?

Vertragen wir uns, seien wir füreinander da, so wie es Noahs Familie in dieser schweren Zeit tat. Und bei allem durfte natürlich das Zeichen Gottes für den Neuanfang nicht fehlen - der Regenbogen. Ein solcher Regenbogen erstrahlte schon am Abend des 10. Juni 2017, dem Beginn der Kinderkirchennacht, direkt über unserer Kirche. Dieses Foto schmückt nunmehr ganz charakteristisch und symbolträchtig die Tafel unserer Kinderkirche als reales Zeichen für uns alle.

Die Abendmahlsfeier fand nun statt - in der Kinderkirche. Die Geschwister nebenan in der großen Kirche konnten alles live miterleben.

Apropos Handy. Leider hatten wir kurzfristig viele erkrankte Kinder, die schweren Herzens zu Hause bleiben mussten. Dank Handy und Videoanruf konnten somit einige nicht anwesende Kinder das festliche Geschehen mit verfolgen. „Das war ein nicht zu unterschätzender Trost für manches traurige Kinderherz“, so die Aussage einer Mutti.

Eine kleine Abordnung von Kindern aus der Nachbargemeinde Gräfenroda überbrachte zur Freude der Ilmenauer Kinder ein hübsches Geschenk mit einem Segenswunsch.

Ein besonderes Highlight hatten sich die Kinder noch für den Abschluss aufgehoben. Das Lied von Kurt Mikula: „Lasst uns eine Kirche baun“

Mit diesem sehr lebendig und mitreißend vorgetragenen Lied brachten es unsere Kinder absolut auf den Punkt:

Lasst uns eine Kirche baun, wo die Menschen sich vertraun.
Sie soll hell und freundlich sein, dann geht jeder gern hinein

Ich bin gern ein Ziegelstein, bau mich in die Kirche ein.
Eine Kirche wo man spürt, dass man ernst genommen wird.

Keiner wird mehr übersehn, wenn wir zueinander stehn.
Kirche ist nicht nur ein Traum, sinnerfüllter Lebensraum.

Gottes Geist soll in ihr wehn, Kinder sich im Tanze drehn.
Jeder singt, so laut es geht, bis die ganze Kirche bebt.

Was bleibt nun von diesem Tag?

  • Kindergottesdienste können nicht nur die Kinder, sondern alle Menschen begeistern

  • Wiederholung unbedingt gewünscht

  • Kirche zu bauen ist tägliche und immer wiederkehrende Arbeit

  • Kirche vor Ort wird von jedem Einzelnen mit gestaltet: „Mitmachgemeinde“.

  • Unsere Kirchgemeinden leben von den Menschen, die sie besuchen und mit Leben erfüllen.

     

Wie lebendig Kirche sein kann und wie Gott segnet, durften alle dank der Aktivitäten unserer Kinder, des Mitwirkens der Betreuer, dem Einsatz des Technikteams und nicht zuletzt der Präsenz aller Unterstützer an diesem schönen Tag hautnah erleben.

GOTT SEI DANK