Feierliche Schlüsselübergabe für das Gemeindezentrum Ilmenau

Erleichterung und Freude auf allen Seiten: Architekt Ralf Wilhelmi übergibt der Gemeinde Ilmenau das neue Gotteshaus. Apostel Rolf Wosnitzka und Bischof Ralph Wittich sind zugegen.

Langsam dringen erste Sonnenstrahlen durch den noch wolkenverhangenen Himmel hindurch und lassen das neu erbaute, nunmehr fertig gestellte Gemeindezentrum in Ilmenau im immer heller werdenden Tageslicht erscheinen. „Es ist wohl etwas gewöhnungsbedürftig“, so Architekt Ralf Wilhelmi, „dass das neue Gotteshaus bis hin zum Allerheiligsten – dem Altar – von Licht durchflutet wird und dass man in einer solchen offenen Kirche lebt und Gott anbetet.“ Ein Blick in den Neubau: moderner Baustil, viel Glas, einfache Formen, zweckmäßiger Materialeinsatz. Die Schlichtheit des Hauses ist beeindruckend.

Kurz vor 10 Uhr: das Foyer des Gemeindezentrums füllt sich, erwartungsvoll die Gemeindemitglieder mit ihren Gästen. Das Bläserquartett aus Gräfenroda bietet mit seinem einleitenden Vortrag „Danket dem Herrn“ schon eine eindrucksvolle Klangfülle im Vorraum der Kirche. Apostel Rolf Wosnitzka und Gemeindevorsteher Herbert Müller stehen unmittelbar am Eingang des Kirchensaales. Endlich – das noch trennende Band wird durchschnitten. Man findet Einlass.

Den anwesenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens und den Geistlichen der beiden großen Kirchen der Stadt wird ein besonderer Willkommensgruß entgegengebracht. Apostel Wosnitzka spricht ein Gebet. Gemeinsam mit den Kindern gestalten die Sänger des Gemeindechores diese Feierstunde mit.

Erfreut, aber auch sichtlich bewegt, wendet sich Gerd-Michael Seeber, Oberbürgermeister der Stadt Ilmenau, an die Versammelten im neuen Gemeindezentrum. In seinem Grußwort bringt er zum Ausdruck, dass es für die Stadt Ilmenau eine Ehrung ist, dass die Neuapostolische Kirche diesen Standort für einen derartigen Kirchenbau auserwählt hat. An der durch die Stadt führenden Trasse B88/B4 wurde in den letzten Jahren städtebaulich einiges getan; hier ist auch die neue Kirche platziert und gehört nunmehr zu den schönsten Gebäuden Ilmenaus. Das Stadtoberhaupt wünscht Gottes Segen für die nächsten Zeiten, hebt aber auch hervor, dass es nach jahrzehntelanger massiver atheistischer Einflussnahme hier ein beachtliches Evangelisationsfeld für die Kirchen der Stadt gibt.

Magdalene Franz, Pastorin der evangelisch-lutherischen Kirche St. Jakobus, ergreift das Wort. Sie wünscht der Gemeinde in dem schönen neuen Gotteshaus eine Stätte mit viel Licht und Wärme, wo man Gott entdeckt, ihn gemeinsam anbetet und ihm alle Dinge entgegenbringt – dem Gott, der über der Stadt ist. Pfarrer Stephan Riechel von der katholischen Kirche „St. Josef“ beleuchtet gegenwartsbezogen die Weihnachtsbotschaft. Wie einst die Heiligen drei Könige durch die Lande zogen und die frohe Kunde verbreiteten, soll es auch heute sein, dass dem Wort Gottes Raum gegeben wird und es jedes Haus erreicht. Der Zuspruch des Pfarrers: „Christus segne auch euer Haus!“

„In einen Neubau gehört auch etwas Altes“, so begann Orgelbauer Roland Martschei mit der Vorstellung der prachtvollen Orgel im neuen Haus. Den Grundkörper bildet ein 2-manualiges Instrument der Orgelbaufirma Böhm, Gotha, aus dem Jahre 1964. Ein weiteres Manual und insgesamt fünf Register wurden hinzugefügt, um eine für den Kirchenraum ansprechende Klangfülle anbieten zu können. Eine musikalische Kostprobe folgt – eine Variation zum alten Kirchenlied „Was Gott tut, das ist wohl getan“.

Zwischendurch wird der langjährig tätige Mitarbeiter der Kirchenverwaltung Taucha, Rudolf Scheffel, der in den Ruhestand tritt, verabschiedet. Zum Andenken gibt es den „Goldenen Bauhelm“.

Zur Tagesordnung: Architekt Wilhelmi überreicht dem Gemeindevorsteher Müller den „Großen Schlüssel“ für das neue Gotteshaus. Begeisterung und große Freude sind zu spüren. Der Apostel und der Architekt richten Dankesworte an alle, die in jeglicher Weise am Bau mitgewirkt haben; Schlussworte des Vorstehers folgen. Abschließend singt die große Gemeinde mit Orgel- und Blechbläserbegleitung „Nun danket alle Gott“.

Man bleibt noch beieinander, zum kleinen Imbiss wird eingeladen. Und – an Gesprächsstoff fehlt es wohl auch nicht, schließlich sind etliche zwischenzeitlich verzogene Ilmenauer zugegen.

Noch eins: im Foyer ist eine so genannte Gedankenwand aufgestellt, die so nach und nach mit kleinen bunten beschriebenen Zetteln bestückt wird. Viele schöne Gedanken, gute Wünsche und Grüße, auch mal eine Bitte sind zu lesen. Eins wird wohl in allen Herzen bewegt: ein ganz besonderes Dankeschön für dieses wunderschöne Gotteshaus!

G.G./Fotos: M.V.