… nur mal kurz die Welt retten!

Unter diesem Motto trafen sich Ende Januar die Jugendlichen aus den Bezirken Gotha und Meiningen zu einem Jugendworkshop. Das neue, frisch geweihte Gemeindezentrum in Ilmenau bot sich als Veranstaltungsort an und konnte bestaunt werden.

Ziel des Workshops war es, sich intensiv mit dem eigenen Christsein im Alltag auseinanderzusetzen. Dabei ging es vorrangig darum, sich im Gespräch auszutauschen, unterschiedlichste Standpunkte und Meinungen zu erfahren, um schließlich Impulse für sein Christsein im Alltag mitzunehmen. Wie könnte nun die Antwort auf die Frage lauten, ob wir als Christen die Welt retten können? Wenn nicht wir als Christen mit göttlicher Unterstützung ein Licht in unserem Umfeld sein können und wollen, wer sollte es denn sein bzw. wem sollte es sonst gelingen…?

Kerngedanken bzw. Extrakt der einzelnen Arbeitsgruppen

  • Internet – Facebook & Co
    Chancen und Risiken im World Wide Web und Facebook – ein Fluch oder ein Segen?
  • Gebet
    Für mich/für andere/für den Rest der Welt
  • Politik mit dem Einkaufskorb/beim Konsum generell
    Was passiert, wenn ich einkaufe/konsumiere … am anderen Ende der Welt?
  • Umweltschutz & Klimawandel
    Das brauche ich nicht, ich habe doch Gottvertrauen – bevor die Welt untergeht, kommt der Herr.

Los ging es mit einer lockeren Begrüßungsrunde. Danach verteilten sich die Jugendlichen in die einzelnen Arbeitsgruppen, in denen folgende Schwerpunkte besprochen bzw. thematisiert wurden:

Erste Arbeitsgruppe: Internet - Facebook & Co

  • eine bzw. bis zu sechs Stunden täglich verbringen unsere Jugendlichen im Netz
  • chatten, skypen, spielen, einkaufen, recherchieren, Kontakte pflegen, werben
  • Gefahren, die bei Facebook lauern
    • „User“/Nutzer sind die eigentliche Ware
    • Verlust der Privatsphäre
    • Gefahr von Mobbing und Verunglimpfung
    • enormes Sucht- und Abhängigkeitspotenzial
  • Internet und Glaube
    • Angaben zur Religion im Facebook – Profil?
    • Jahresmotto 2013 ⇒ Bekennen
    • Posts über Events unsere Kirche betreffend
  • Internet und Seelsorge
    • „manchen“ erreicht man nur über diese „Kanäle“
    • ein „Vier-Augen-Gespräch“ per Internet kann manchmal offener verlaufen als ein persönliches Gespräch
    • persönliche Seelsorge vor Ort ist – wenn gewünscht – jedoch oft die bessere Variante

Fazit: Nutzungsbedingungen und rechtliche Dinge beachten. Die Verantwortung liegt stets beim Nutzer. Das Internet vergisst nichts!
(Workshop-Arbeitsunterlage)

Zweite Arbeitsgruppe: Das Gebet

  • persönliches Gespräch mit Gott
  • falsches Beten gibt es nicht
  • Offenheit, Ehrlichkeit und Individualität sind wichtige Punkte beim Gebet
  • Beziehungspflege zu Gott
  • persönliches Gebet ist Wegbereiter für Begegnungen mit Gott
  • Beten für andere stärkt Bindungen untereinander
  • das Gebet macht Gott zu einem Fixpunkt in meinem Leben

(Workshop-Arbeitsunterlage)


Dritte Arbeitsgruppe: Schwerpunktthema Fairtrade

Gedanken zur Frage „Ist Fairtrade wirklich fair?“

  • sehr hohe Transparenz aller beteiligten Unternehmen
  • sehr gute Möglichkeiten für Verbraucher, dies selbst zu überprüfen (Stichwort Fairtradecode)
  • positive Garantien für Arbeiter: Existenzlohn, Verbot von illegaler Kinderarbeit, Sozialprämie…

Eine weitere spannende Frage war, ob Jesus auch Fairtrade kaufen würde bzw. was sagt die Bibel zum Thema „Fairness“

  • Lukas 10,7: Der Arbeiter ist seines Lohnes wert
  • Jeremia 22,13: Weh dem, der sein Haus mit Sünden baut und seine Gemächer mit Unrecht, der seinen Nächsten umsonst arbeiten lässt und gibt ihm seinen Lohn nicht.

Welche Rolle sollte Konsum generell für uns als Christen spielen?

  • Gleichnis vom reichen Jüngling (Matthäus 19, 16 ff): Wenn du vollkommen sein willst, so geh hin, verkaufe deine Habe und gib den Erlös den Armen!
  • Wie sehr hängen wir als Christen an unseren materiellen Werten bzw. wie viel Wert ist uns unser Luxus?

Fazit:
Wenn ich einkaufe/konsumiere, verändere/beeinflusse ich mehr oder weniger das Leben anderer Menschen auf dieser Welt. Menschen, die Gott genauso liebt, wie er auch mich liebt. Gott dienen und dem Mammon, beides geht nicht. Es bleibt in unserer Konsumgesellschaft eine lebenslange Herausforderung, unser tägliches Handeln nach göttlichen Gesichtspunkten auszurichten. (Workshop-Arbeitsunterlage)

Vierte Arbeitsgruppe: Umweltschutz & Klimawandel

Was haben diese beiden Schlagworte unserer täglichen Medienwelt mit gelebtem Christsein zu tun?

  • Schöpfung ist Geschenk Gottes – Prinzip Verantwortung
  • Gedanke der Nachhaltigkeit – etwas zu gebrauchen und nicht verbrauchen ist ein zutiefst christlicher Gedanke
  • Folgen des Klimawandels treffen oft die Ärmsten, die wiederum am wenigsten dafür können
  • Prinzip Nächstenliebe – nachfolgende Generationen sind Leidtragende unseres Handelns
  • Offenbarung 7, 3: „Tut der Erde und dem Meer und den Bäumen keinen Schaden, bis wir versiegeln die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen.“

Fazit: Die Umwelt und das Klima zu schützen, muss/sollte ein erkennbarer zentraler Punkt christlichen Handelns sein. Wir sind daher aufgefordert, unseren energiehungrigen Lebensstil, der häufig von übertriebenem Individualismus, Egoismus und übertriebenem Konsum geprägt ist, zu überdenken und entsprechende Änderungen vorzunehmen.
Christliche Grundsätze können helfen, ein zukunftsfähiges und nachhaltiges Lebensmodell zu entwickeln. Damit sind wir sowohl Multiplikatoren wie auch Vorbilder.
(Workshop-Arbeitsunterlage)

Alles in allem, die Herausforderungen sind gewaltig. Aber sie sind nicht so groß, dass durch unser Tun nichts auszurichten wäre. Nichtstun wäre fahrlässig und verantwortungslos und eben auch unchristlich.

Wer Gelegenheit hat, Gutes zu tun, und tut es trotzdem nicht, macht sich schuldig (vgl. Jakobus 4, 17).

Fazit und Feedback der Jugend:

  • weitere Workshops im größeren Rahmen anbieten
  • weniger Zeit beim Essen verbringen, lieber mehr reden
  • weniger Themen, dafür allen Teilnehmern ermöglichen, bei verschiedenen Workshops dabei zu sein

M.W. / Fotos: H.R.