Auftakt zu den Bachwochen 2013

Die „Lange Nacht der Hausmusik“ war für die Gemeinde Ilmenau eine gelungene musikalische Premiere. Zahlreiche musikalische Talente präsentierten ihr Können.

„Immer, wenn ich abgespannt und müde bin,…“ zieht es mich eigentlich zum Sofa hin. Doch nicht so am vergangenen Freitag! Denn an diesem Abend steht der Kinderchor der Gemeinde Ilmenau im neuerbauten Gemeindezentrum vor dem Altar und singt die bereits erwähnte Textzeile, die wie folgt weitergeht: „… dann kommt mir etwas in den Sinn: Ich wecke meine Sinne, ich singe und swinge…“ (Kanon „Immer, wenn ich abgespannt und müde bin“ von Lorenz Maierhofer). Kurz gesagt, es geht um die Musik.

Es ist die „Lange Nacht der Hausmusik“, welche traditionell die Bachwochen einleitet. An diesem Abend sind die Thüringer aufgerufen, zu beweisen, dass der berühmte Komponist bis heute bei ihnen zu Hause präsent ist, um sich so der Welt gewissermaßen als „Bach's lebendige Heimat“ zu präsentieren. In diesem Sinne gibt eine Vielzahl von freiwilligen Laienmusikern ihr Bestes, um Gott zu rühmen, das Publikum zu begeistern und auch selbst Freude an der Musik zu haben.

Nun laden uns die Kinder ein, „… ein Ton in Gottes Melodie…“(Lied „Du bist ein Ton“ von Kurt Mikula) zu sein. So hat ein jeder an diesem Abend seinen Platz zum Mitmachen, ob als Zuhörer oder Akteur, denn man ist ein Teil der Symphonie. Es ist ein besonders vielfältiges Programm, in dem sowohl Werke des „Urvaters der Harmonie“ J.S. Bach als auch volkstümliche und moderne bis hin zu eigens komponierte Musik dargeboten werden.

Die Vielfalt an diesem Abend bleibt nicht allein auf die verschiedenen Herkunftszeiten der Musikstücke beschränkt, sie setzt sich auch in der Wahl der Darbietungsform fort. So erklingen unter anderem Solostücke an Orgel und Klavier, Duette von Cembalo und Querflöte, Trios mit Querflöte, Violine und Viola als auch Chor- sowie Sologesang. Es wird deutlich, dass Musik zeitlos ist, denn junge Menschen und sogar Kinder spielen Werke der alten Meister und Erwachsene thematisieren auch modern gesetzte Klavierbearbeitungen.

Das zeigt, dass ein jeder Musik machen kann und sich daran auch erfreut, egal welche Musik. Und das ist der Sinn der Hausmusik. Man trifft sich und musiziert gemeinsam, um Freude zu haben und Gemeinschaft zu pflegen. Dabei steht nicht der Perfektionismus der Darbietung im Vordergrund, sondern das Musizieren selbst.

Text: A.R. / R.P.B., Fotos: H.R.