Ein Orgelkonzert vom Feinsten

Mit dem Kirchenmusiker und Komponisten Albert Schönberger erleben die Besucher das erste Orgelkonzert an der neuen Orgel in Ilmenau. Für die Kalkuttahilfe e.V. startet dabei eine Spendenaktion.

In der Ankündigung zum Konzert ist zu lesen: Albert Schönberger – Domorganist i.R., Hoher Dom zu Mainz – spielt Werke von Bach, Mozart, Mendelssohn u.a. sowie freie Improvisationen.

Am frühen Sonntagabend bringt der Akteur des Tages, der auch selbst moderiert, den Besuchern im nahezu voll besetzten Kirchensaal des Gemeindezentrums Willkommensgrüße entgegen und verbindet diese mit der Bitte, sich an der Spendenaktion für die Kalkuttahilfe e.V. zu beteiligen. Lars Dittrich, Orgelbeauftragter im Kirchenbezirk Gotha, ist die Freude über den Besuch des namhaften Organisten schon anzumerken. In seinen einleitenden Worten bringt er zum Ausdruck, dass man sich nunmehr an diesem Abend zum ersten Orgelkonzert an der neuen „alten Pfeifenorgel“ zusammenfindet.

Albert Schönberger wendet sich mit den drei Themenschwerpunkten „Faszination im Lied“, „Der Geist des Lebens“ und „Die Gabe Gottes“ an das Publikum. Dabei begibt er sich langsam und einfühlsam in Instrument und Raum hinein. Der Meister der Musik hat mit Beginn seiner Aufführungen nicht nur die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer, sondern mit seiner charismatischen Ausstrahlung auch deren Herzen erreicht. Ob die Overtüre von John Marsh, das Interludium von Ekkehard Nickel oder Gordon Youngs Aria für Orgel dargeboten werden, Schönberger probiert – so er selbst – was man mit der neuen Orgel alles so „aushecken“ kann. Und es ist ihm wohl gut gelungen, mit den verschiedenen Registrierungen das tonale Geschehen in Szene zu setzen.

Immer gibt es Überraschungen: das Ave Maria von Johann Sebastian Bach und Charles Gounod lässt die Gemüter der Anwesenden regelrecht erwärmen. „Klänge des Lebens“, fährt der Kirchenmusiker sinngemäß fort, „sie begleiten uns in vielen Situationen des Lebens, zu besonderen Anlässen; auch leichte beschwingte Töne sind dabei, ohne sich dabei von Gott zu entfernen.“ Zwischendurch eine kleine Begebenheit: es ist Albert Schönberger ein Bedürfnis, von einem bereits verstorbenen Freund zu plaudern, der in seinem Leben viel Gutes getan hat. Immer hatte dieser ein Bonbon parat, um einem Anderen eine kleine Freude zu bereiten. Einmal gab Schönberger im Gedenken an seinen alten Freund an stiller Friedhofsstätte diesem eine nachdenkenswerte Antwort, legte er doch ein Bonbon an die Stätte des Gedenkens…

Im Weiteren kommen Beethoven, Felix Mendelssohn, Bach u.a. auch zu „Wort“. Schließlich das Finale des Tages – die freie Improvisation „Lobet den Herren“. Das Lob Gottes ist vernehmbar, erlebbar. Zielbewusst und gekonnt arbeitet sich der Meister der Improvisation ins Liedgeschehen hinein und beleuchtet facettenreich einzelne Elemente des alten Kirchenliedes. Spannungsgeladen bringt er das gestaltete musikalische Highlight mit einem flotten Fortissimo zum Höhepunkt und setzt damit brillant den Schusspunkt seines Kunstwerkes.

Begeisterung in der Kirche – Applaus, Standing Ovations! Als Zugabe erklingt „Wer nur den lieben Gott lässt walten“. Lars Dittrich dankt im Namen aller Anwesenden dem Kirchenmusiker ganz herzlich. Schließlich noch eine kleine Schlussepisode: Gemeindevorsteher Herbert Müller handelt ganz spontan, richtet Dankesworte an Albert Schönberger und überreicht ihm ein kleines Geschenk – ein Bonbon…

Der Eintritt für dieses Konzert war frei. Um eine Spende für die Kalkuttahilfe e.V. wurde gebeten. Am Stand der Hilfsorganisation im Foyer, wo Beate Retzlaff aus Ilmenau tatkräftig mitwirkte, konnte man liebevoll angefertigte Artikel aus Indien erwerben. Das Spendenaufkommen betrug an diesem Abend insgesamt 815,34 Euro. Frau Dr. Ilselore Günther, Lebensgefährtin von Albert Schönberger, hat diese Veranstaltung organisiert. Eine Kollegin von ihr hat Kalkuttahilfe e.V. ins Leben gerufen, lebt und arbeitet einen Großteil ihrer Zeit in Kalkutta und leistet aufopferungsvoll medizinische Betreuung für bedürftige Menschen. Ihr gilt gleichermaßen ein besonderer Dank.

G.G./ I.G.

Konzertprogramm

Presseartikel Freies Wort

Presseartikel Thüringer Allgemeine