Bezirksapostel Klingler in Ilmenau

Im Beisein der Bezirksämter der Bezirke Gotha und Meiningen erlebt die Gemeinde einen erbaulichen Gottesdienst. Nicht alltäglich: An diesem Sonntagmorgen werden alle drei Sakramente gespendet.

Da der Bezirksapostel den eigentlich vorgesehenen Gottesdiensttermin vom 5. Juli 2015 nicht wahrnehmen konnte, ist die Freude über den kurzfristig eingeschobenen Besuchstermin bei den Ilmenauern groß. Das Bibelwort für diesen Gottesdienst wird aus Johannes 17, 21-22 verlesen:

Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast. Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind.

Das mit Orgelbegleitung vorgetragene Lied des Gemeindechores „Einen anderen Grund kann niemand legen“ leitet unmittelbar ins Gottesdienstgeschehen und veranlasst den Bezirksapostel gewissermaßen zur Einstiegsaussage seiner Predigt, dass es zu Jesus Christus - gestern, heute und in alle Ewigkeit - keine Alternative gibt; nichts kann größer sein als Jesus Christus!

„Im Regelfall ist es nicht so“, so der Bezirksapostel, „dass wir als Menschen unsere Wünsche ins Gebet legen und dann die unmittelbare Erfüllung derselben erfolgt. Jesus betete, rang im Garten Gethsemane mit seinem himmlischen Vater und bat diesen, dass der Kelch des Leidens an ihm vorübergehen möge. Doch er, Jesus, besann sich darauf, dass er das Opfer zur Erlösung für die Menschheit bringen sollte. „Nicht mein, sondern dein Wille“ war seine entscheidende und endgültige Antwort zu Gottes Heilsplan. Letztendlich dürfen auch wir Gott alles sagen, ihm unsere Wünsche und Anliegen im Gebet entgegenbringen, doch wenn wir Gott um das bitten, was Er tun will, leben wir in Übereinstimmung mit ihm.

Bei der Führung des israelitischen Volkes hatte Mose seinerzeit immer wieder mit Schwierigkeiten und Unwegsamkeiten zu kämpfen. Er gab nicht auf, er bat Gott darum, seine Herrlichkeit sehen zu dürfen. Einen Vorgeschmack ließ ihm Gott werden. Herrlich ist die Schöpfung Gottes, die wir sehen und erleben dürfen, noch herrlicher ist sein Wort, auf das wir uns verlassen können. Jesu Zusage „Ich will wiederkommen, damit ihr seid, wo ich bin“ wird Erfüllung finden.

Einssein der Kinder Gottes ist ein Stück Herrlichkeit in der Gemeinde. Die Herrlichkeit Gottes ist die Entfaltung des göttlichen Willens, göttliches Wesen ist seine Liebe. Jeder, der die Liebe Gottes aufnehmen durfte, offenbart ein Stück Herrlichkeit Gottes. Sehen wir heute Herrlichkeit Gottes, die Bruder und Schwester empfangen haben. Ein Vorbild, ja ein Urbild ist Jesus Christus. Und das ist nicht mehr veränderlich, es ist göttliche Vollkommenheit. Einssein nach Gottes Bild ist die völlige Verschmelzung der drei göttlichen Personen. Das Einssein in der Gemeinde ist nur über den Weg möglich, eins mit dem Vater, dem Sohn und Heiligen Geist zu sein. Uniformität ist dabei nicht gefragt; die Persönlichkeit, die Individualität des Einzelnen bleibt erhalten. Entscheidend ist das Anstreben der inneren Übereinstimmung des Menschen mit dem göttlichen Bild des Einsseins.

Bezirksältester Ralf Schneider aus Meiningen hebt in seinem Predigtbeitrag hervor, dass Gott will, dass wir zu ihm kommen; Er wollte es schon immer. Und wir wollen es auch. Das ist Übereinstimmung im göttlichen Sinn. Im Weiteren erinnert Bezirksältester Dietmar Voigt an die große Liebe Gottes, die uns in den Sakramenten zuteil wird, und formuliert die Aufgabe für die Gemeinde: Danken, loben, anbeten - dann wird ein Stück Herrlichkeit sichtbar.

Im Fortlauf des Gottesdienstes hebt der Bezirksapostel die Besonderheit des Tages hervor indem er zum Ausdruck bringt, dass alle drei Sakramente erlebbar sind: Heilige Wassertaufe, Heilige Versieglung, Heiliges Abendmahl.

Drei Elternpaare treten nun mit ihren Neugeborenen vor den Altar. In seiner Ansprache nimmt der Bezirksapostel Bezug auf den gelungenen Liedvortrag der Kinder „Du bist ein Ton in Gottes Melodie“. Die Wassertaufe wird vollzogen; im Anschluss daran erhalten die Kinder das Sakrament der Heiligen Geistestaufe. Die Gemeinde feiert Abendmahl, auch das Mahl für die Entschlafenen wird ausgesondert.

Lob und Dank nach dem Erleben des Gottesdienstes. Abschließend singt der Chor „Herr, unser Gott, dich loben wir“. Der Bezirksapostel bedankt sich herzlich bei der Gemeinde und im Besonderen für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes.

Nun, vielleicht lässt sich wieder einmal ein Termin einschieben - „Gottesdienst in Ilmenau“.

G.G./J.M./