Bereits seit Beginn der 1970er-Jahre trafen sich Ehepaare der neuapostolischen Gemeinde Ilmenau regelmäßig an Sonntagabenden. Etwa alle zwei Wochen kam man reihum bei einer Familie zusammen. Gemeinsames Abendessen, Gespräche und das Miteinander standen dabei im Mittelpunkt.
Als der Kreis durch Zuzüge und weitere Eheschließungen immer größer wurde, gründeten acht Ehepaare im September 1976 eine eigene Gruppe. Schon bald setzte sich dafür die Bezeichnung „Junge Ehen“ durch. Die bisherige Gruppe nannte sich entsprechend „Alte Ehen“.
Die „Jungen Ehen“ blieben ihrem 14-tägigen Rhythmus treu. Nach dem Gottesdienst traf man sich sonntagabends zum gemeinsamen Austausch. Im Laufe der Jahre entwickelte sich daraus eine enge Gemeinschaft. Geburtstage und Ehejubiläen wurden miteinander gefeiert, mit den Kindern ging es ins Freibad oder auf Wanderungen in den Thüringer Wald, gemeinsame Wochenendfahrten gehörten ebenso dazu.
Gemeinsam durch die Jahre
Die regelmäßigen Treffen waren auch mit Arbeit verbunden. Für die gastgebende Familie galt es, die Kinder zu versorgen, Essen vorzubereiten und die Gäste willkommen zu heißen. Doch die Freude am Zusammensein überwog stets.
So entstanden über die Jahre Freundschaften, Erinnerungen und ein fester Zusammenhalt. Auch der gemeinsame Glaube verband die Familien und prägte die Gemeinschaft.
50 Jahre nach der Gründung sollte dieses besondere Jubiläum nun gemeinsam gefeiert werden. Am Samstag, 12. September 2026, kamen ehemalige und heutige Mitglieder der Gruppe in Ilmenau zusammen. Insgesamt 28 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt.
Nach der herzlichen Begrüßung erhielt jeder eine goldene Schleife. Im Gebet brachte der Gemeindevorsteher den Dank für die vergangenen Jahrzehnte zum Ausdruck und bat um Gottes weiteren Schutz und Segen.
Seit dem Silbernen Jubiläum hatte es kein Treffen mehr in einer so großen Runde gegeben. Entsprechend groß war die Freude über das Wiedersehen.
Bei Kaffee und Kuchen blieb viel Zeit für persönliche Gespräche. Eine Präsentation erinnerte an die Anfänge der Gruppe, gemeinsame Erlebnisse und frühere Jubiläumsfeiern. Manches, das im Laufe der Jahre in Vergessenheit geraten war, wurde dabei wieder lebendig.
Gemeinschaft, die verbindet
Am Abend wurde gemeinsam gegessen. Dazu brannte wie in Thüringen üblich natürlich der Rost.
Für eine besondere Überraschung sorgte eine zelebrierte Bierprobe – die übrigens nicht nur bei den Männern großen Anklang fand.
Zum Abschluss erhielt jedes Ehepaar einen goldenen Bilderrahmen mit einem aktuellen Gruppenfoto – eine Erinnerung an das Jubiläum und an einen Tag, der ganz im Zeichen der Begegnung stand.
Wie sehr die Feier die Teilnehmer berührt hatte, zeigte eine Rückmeldung an das Organisationsteam:
„Ich habe mich gefühlt wie Nachhausegekommen, keiner hat gefragt, warum, weshalb …!“
Diese wenigen Worte bringen vieles von dem zum Ausdruck, was die „Jungen Ehen“ seit 50 Jahren ausmacht: Vertrauen, Verbundenheit, Freundschaft und gemeinsamer Glaube.
Das Goldene Jubiläum war deshalb nicht nur ein Blick zurück auf fünf Jahrzehnte. Es war vor allem ein Fest der Begegnung – und ein Zeichen dafür, dass solche Gemeinschaft Brücken bauen kann.
Neuapostolische Kirche